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Projekte, die wir selbst durchführen, begleiten bzw. unterstützen.

VzFbE ruft zur Teilnahme an der degrowth Konferenz in Leipzig auf

Der Verein plant mit zwei Beiträgen die Vierte Internationale Konferenz über Degrowth für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit wird vom 2.-6. September 2014 in Leipzig zu unterstützen.

Beide stellen Tauschringe und ihre Beziehungen und potenziellen Wirkungen und Kooperationen im Zusammenhang mit anderen Gruppen des bürgerschaftichen Engagements in den Mittelpunkt.

Tauschringe: Instrument und Motor für eine solidarische Neugestaltung von Gesellschaft und Ökonomie

Eine offene Werkstatt von und mit Klaus Reichenbach. Dieser Beitrag richtet sich an Einsteiger_innen, Erfahrene, nach Möglichkeit mit Tauscherfahrung(en)
Lesen Sie hier mehr: Kurzfassung_Beitrag-Degrowth-Konferenz-2014-kr

Gemeinschaft leben

Buen vivir. Creative Commons. Wissen & Technologie.

Diesen Entwurf wird Peter Scharl in Kürze bei den OrganisatorInnen in Leipzig einreichen. Er bietet dabei einen intensiven Austausch über das Thema “Konvivialität” an. Knvivalität bezeichnet ein friedliches, gemeinschaftliches Leben auf kreative und (kollektiv) selbstverwaltete Weise. Peter Scharl bietet einen Wissenaustausch im Rahmen eines World Cafés an und untersucht den Zusammenhang zur Thematik “Tausch-Ringe, Tausch-Systeme und
Zusammenarbeit mit Komplementär-Systemen, Komplementär-Währungen etc.”
Lesen Sie mehr: Ideen-Skizze_degrowth-BTT_PS

Beitrag von Peter Scharl 01.03.2014

1. Gesellschaft organisieren 2. Sozial-ökologisch Wirtschaften (Gesamtbeitrag als PDF Dokument am Ende)

Für den Themenbereich

“Tausch-Ringe, Tausch-Systeme und Zusammenarbeit mit Komplementär-Systemen, Komplementär-Währungen etc.”

empfiehlt sich meiner Ansicht nach der 3. Strang:

3. Gemeinschaft leben

Buen vivir. Creative Commons. Wissen & Technologie.

Nach der Definition von Ivan Illich ist Konvivialität „individuelle Freiheit, verwirklicht in wechselseitiger persönlicher Abhängigkeit“. Konvivialität bezeichnet ein friedliches, gemeinschaftliches Leben auf kreative und (kollektiv) selbstverwaltete Weise. Der Begriff steht damit für eins der richtungsweisenden Ideale für einen gerechten und partizipativen Weg in eine Gesellschaft jenseits des Wachstums.

Institutionen und Technologien dienen derzeit der profitorientierten Wirtschaft, stattdessen sollten sie ein gemeinschaftliches Leben unterstützen.

Wichtige Fragen für die Forschung und Debatte in diesem Feld sind: Wie können wir unseren Geist und Körper von der Abhängigkeit von Wachstum befreien? Wie können wir konviviale Technologien fördern, die dem Gemeinwohl dienen sowie Teilen und Kooperation erleichtern? Konvivialität eröffnet auch das Diskussionsfeld über alternative Wohlstandsmodelle im Allgemeinen und gelebte Utopien aus verschiedenen Teilen der Welt, wie zum Beispiel das lateinamerikanische „Buen Vivir“ oder das afrikanische „Ubuntu“-Konzept.

Viele dieser Konzepte kritisieren die westliche Wahrnehmung der Natur als eine Ware und schlagen eine andere Mensch-Natur-Beziehung vor. Diese Modelle können Inspiration liefern für neue Formen des Wohnens, der Produktion und der Nutzung von Waren und Dienstleistungen – nicht individualisiert, sondern innerhalb einer lebendigen Gemeinschaft.

Der Themenstrang „Gemeinschaft leben“ kann die folgenden Debatten und Inhalte beinhalten:

+ Debatte

  • Wie kann die Wachstumslogik aus einer kulturellen und ethischen Perspektive kritisch reflektiert werden?
  • Welche neuen Lebensweisen wollen und brauchen wir und wie findet eine kulturelle Transformation statt?
  • Wie können die aktuellen Debatten über Glück, das gute Leben und Wohlstand ohne Wachstum für den Degrowth-Diskurs fruchtbar gemacht werden?
  • Welche Technologien wollen und brauchen wir für eine Degrowth-Gesellschaft?
  • Welche Grenzen und Konflikte haben Kulturen und Institutionen für gemeinschaftliches Leben und Konvivialität? Welche Chancen bergen sie?
  • Wie entwickelt sich gemeinschaftliches Leben in Autarkie, offenem Lokalismus und auf globalem Niveau?

+ Inhalte

  • Buen Vivir und Postentwicklung
  • Mentale Infrastrukturen und kulturelle Treiber von (Post)Wachstum
  • Urbanisierung, Entfremdung und Gegenbewegungen
  • Persönliche und kulturelle Veränderungsprozesse
  • Spiritualität
  • Kultur, Identität und wertschätzende Sprache
  • Konviviales und erfahrungsbasiertes Lernen und Wissensproduktion
  • Konviviale, freie und Open Source-Technologien
  • Creative Commons
  • Leben in Gemeinschaft

Ich persönlich werde bis zum 28.02.2014 einen “Call for Participation” machen, der unsere Erfahrungen im Allgäu transportiert, angefangen bei den Tauschringen über die Transition-Bewegung hin zur ReWiG-Genossenschaft und das Zusammenwirken aller Bereiche hin zu einem “Nachhaltigen Allgäu”.

Als Form werde ich ein “World-Cafe” vorschlagen.

Peter Scharl, Mitinitiator eines BTT in Verbindung mit der”degrowth-Konferenz” und mit im LeitungsTeam von

Organisierte Nachbarschaftshilfe NIMM & GIB      ~     87700 Memmingen    ~     Pfaffengasse 10

nah am Westertor und am MGH    ~    Tel. Büro: 08331 / 640 690 8     ~      Bürozeit nach Vereinbarung

Fax: 03212-1296983     ~    Anfragen auch über AnrufBeantworter oder    ~  mail@NIMMundGIB-MM.de

Ich freue mich über Äußerungen der Mitarbeitsbereitschaft, eigener Inputs etc.! Traut Euch!

Dieser Beitrag als PDF Dokument –> Beitrag-Degrowth-Konferenz-2014_NIMM&GIB-Memmingen

Tauschringe: Instrument und Motor für eine solidarische Neugestaltung von Gesellschaft und Ökonomie

Tauschringe sind regionale Organisationen mit basisdemokratischer Ausrichtung. Arbeits- und Handlungsgrundlage ist eine lebenszeitgebundene und -gedeckte Zeitverrechnung. Sie sind zinsfreier regionaler Gegenpol zügelloser kapitalistischer Wachstumspolitik. Ihre Währung „Lebenszeit“ lässt diesem Workshop entwickeln wir gemeinsam Instrumente und Methoden, mit denen Tauschringe und -system sich künftig auf allen Ebenen besser vernetzen. Wir denken Kooperation neu, wir definieren den Part der Tauschringe beim Aufbau einer Gemeinwohl-Ökonomie. Wir entwickeln Strukturen und Systeme, die auch in der Vernetzung starke basisdemokratische Funktionen sicherstellen. Wir beantworten die Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen im Tauschsystem und überlegen, ob und wie sich das allgemeingültig übertragen lässt.

Arbeitsform

Offene Werkstatt mit Impuls

Themenbereiche | Schwerpunkte

Gesellschaft organisieren

  • Demokratie jenseits von Wachstum – wie sieht sie aus?
  • Demokratische Entscheidungsfindung
  • Kommunale und regionale Organisation
  • Zugang zu und Organisation von Gemeingütern (Commons)
  • Wiederaneignung und (eine andere) Verwaltung von gesellschaftlich notwendigen Dienstleistungen und Infrastrukturen

und

Sozial-ökologisch wirtschaften

  • Wie kann Arbeit unter einer Postwachstumsperspektive (um)organisiert werden?
  • Welche Rolle spielen Commons, Solidarische Ökonomie, Gemeinwohl-, Share- und Schenkökonomie in einer sozial-ökologischen Wirtschaft?

Zielgruppe

Einsteiger_innen, Erfahrene, nach Möglichkeit aber mit Tauscherfahrung(en)

Ziel(e)

Entwicklung und Aufbau demokratischer Tauschring-Netzwerke, Demokratische Strukturen für Tauschring-Vernetzung(en), politische Vernetzung und Aktion für Tauschringe, Tauschringe als Instrument(e) für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement

Ich freue mich über Rückmeldungen, Ideen dazu und viele Teilnehmer_innen in Leipzig! Klaus Reichenbach

Stellungnahme der Tauschkreise östlich München und die Antwort des VzFbE e.V.

Wir veröffentlichen hier gern die Stellungnahme dieser fünf Tauschkreise:

  • Talente – Tauschring Vaterstetten und Umland (HVZ)
  • Talentetausch – Region Grafing (TTG)
  • Kirchheimer Talentetausch (KiTT)
  • Talente – Brunnen südl. Landkreis München (TBH)

und unsere Antworten darauf, denn wir sind sicher, dass diese für alle Tauschringe von großer Bedeutung sind.

Antworten des VzFbE e.V.

Liebe TeilnehmerInnen des Regio-Treffens der Tauschkreise östlich von München,

zunächst danke für Eure Stellungnahme.

Wir nehmen sie zum Anlass, eine Reihe von darin vorgebrachten Fragen grundsätzlich zu beantworten bzw. Missverständnisse auszuräumen – das heißt auch grundsätzlich für alle anderen Tauschringe.

Wir stellen aber auch klar, dass wir hier nur für den Verein zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V. antworten können. Das BATT 2013 Organisationsteam arbeitet völlig autonom und ist nicht Bestandteil des Vereins. Auch kommende Organisatoren werden dies sicher nicht sein.

Thema “Interessengemeinschaft der Tauschringe”

Zu diesem Thema fand in Büdingen 2012 ein Workshop statt. Dort wurden mehrere Thesen und Tauschringdefinitionen diskutiert. Am Ende dieses Workshops wurde von den TeilnehmerInnen des Workshops eine Liste aufgestellt, in die sich insgesamt 19 Personen auf eigene Initiative eingetragen haben. Titel dieser Liste: “Ich / wir möchten einen Interessenverband / -verein gründen / beitreten”. Die Gründung einer solchen IG ist demnach nicht auf eine unauthorisierte Aktivität des Vereins zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V. zurückzuführen.

Inhaltlich ist zudem klar, daß, wer auch immer für diese IG sprechen wird, nur für die Tauschringe sprechen kann, die sich in der erarbeiteten Definiton auch wiederfinden. Niemand will auch nur einen Tauschring vertreten, der das nicht will. Im Übrigen fallen ja einige der von Euch beschriebenen Tauschkreise zumindest teilweise unter die in Büdingen 2012 erarbeiteten Definitionen.

Im Übrigen haben wir die in Büdingen erarbeitete Definition auch nicht als kleinsten gemeinsamen Nenner bezeichnet, sondern als “kleinstes, gemeinsames Vielfaches”. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn wir sehen und respektieren sehr wohl die Vielfalt, die bunte Mischung und die Diversität in der Tauschringlandschaft. Aber wir halten es für unabdingbar, für all diese Organisationen endlich eine klare gesetzliche Grundlage und politische Anerkennung zu erwirken, damit sie sich gerade in dieser Vielfalt entwickeln können und nachhaltigen Bestand erreichen. Auch deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass das Thema “Interessengemeinschaft” in Kassel wieder auf der Agenda steht. Wir vom VzFbE wünschen uns den kritischen Dialog mit allen Tauschringen. Nur so kann eine sinnvolle Entwicklung stattfinden. Wir würden uns sehr freuen, wenn müglichst viele Tauschringe im September nach Kassel kommen und sich aktiv in diese Diskussion einbringen.

Gleichzeitig würden sie auch ein deutliches Zeichen gegen die unsinnige Zweiteilung des Jahrestreffens setzen. Wir vom VzFbE werden da sein und freuen uns auf einen konstruktiven Dialog mit allen Tauschringen.

Bis bald in Kassel
Klaus Reichenbach, Peter Scharl, Birgit Schwetz-Erben

Stellungnahme des Regiotreffen der Tauschkreise östlich München

An die Organisatoren des

  • Vereins zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements (VzFbE eV)
  • BATT aktiv 2013 Büdingen
  • BATT 2013 Kassel

1. Zum VzFbE eV:

Der VzFbE hatte am 01. Juni unabhängig von allem BATT 2013 in Kassel und BATT-aktiv 2013 in Büdingen zur Gründung einer „Interessensgemeinschaft der Tauschringe“ nach Kassel eingeladen. In wie weit diese Aktion mit den Organisatoren von BATT aktiv 2013 – Büdingen und BATT 2013 in Kassel abgestimmt war, entzieht sich unserer Kenntnis. Lt. Protokoll ist die Gründung einer „Interessensgemeinschaft der Tauschringe“ jedoch vorerst nicht zu Stande gekommen.

Wir halten eine solche Interessensvertretung weder für sinnvoll noch zielfördernd für eine Unterstützung der Tauschkreise in ihrer täglichen Arbeit vor Ort.

Der durch die Veranstalter indirekt implizierte Zweck einer Reduzierung der Tauschsysteme auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kann bei der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Tauschsysteme nicht funktionieren.

  • Es gibt bei uns eben Tauschsysteme, die sich als GbR verstehen und deren Teilnehmer Umsatz- und Körperschaftsteuerpflichtig sind und Tauschsysteme, die sich ausschließlich als organisierte Nachbarschaftshilfe mit ausdrücklichem Ausschluss von Gewerbe verstehen. Diese haben schon allein aus steuerrechtlichen Gründen nicht viel miteinander gemein.
  • Es gibt Tauschsysteme, die fast eine Art Regio- oder Komplementärwährung anstreben und Gewinnerzielungsabsichten zulassen und Tauschkreise, die die Gleichwertigkeit der Arbeit (Tauschzeit = Lebenszeit) praktizieren und fördern.
  • Es gibt Tauschsysteme, die buchen akribisch ihre Tauschvorgänge und andere denen ist das gleichgültig bis hin zu jenen, die ihre Angebote verschenken.
  • Es gibt Tauschsysteme, die sind als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein organisiert und andere, die haben überhaupt keine Organisationsstruktur.

Es gibt eben ein sehr breites und buntes Spektrum, bei dem jeder einzelne Tauschkreis für sich zu entscheiden hat, wo er steht und was er will. Und das ist aus unserer Sicht gut so.

Einer gemeinsamen Interessenvertretung stehen aber nicht nur die zum Teil doch sehr unterschiedlichen Zielsetzungen und Organisationsformen der einzelnen Tauschsysteme entgegen, sondern vor allem auch die nicht zu lösende Frage, wer ist dazu berechtigt und darf mit welcher Legitimation überhaupt im Namen aller Tauschsysteme dann öffentliche Statements verkünden.

Eine in diesem Sinne konzipierte „Interessensvertretung der Tauschkreise“ schadet daher den Tauschkreisen eigentlich mehr, als dass sie ihnen nützt, denn jeder Tauschkreis wird dann in der Diskussion mit seiner Öffentlichkeit vor Ort mit irgendwelchen Statements konfrontiert und muss sich beständig damit auseinandersetzen und rechtfertigen, „dass das ja bei uns ganz anders ist“.

2. Zu BATT -aktiv 2013 in Büdingen und BATT 2013 in Kassel:

Unserer Meinung nach hat das BATT als Kommunikationsplattform für den bundesweiten Erfahrungsaustausch zwischen den Tauschkreisen seine unbestrittene Berechtigung und Bedeutung.

Die Bildung von Arbeitsgruppen zur Vertiefung einzelner Themen auf einem BATT macht auch durchaus Sinn. Auch der Festlegung gewisser Plattformen, wie „tauschringadressen.de“ als gemeinsamer Link aller Tauschkreise, oder „tauschwiki.de“ als Diskussionsforum können wir nur zustimmen. Aber auch das BATT kann, wenn überhaupt, nur Anregungen und Empfehlungen an die Tauschkreise weitergeben. Der Versuch, aus dem BATT ein Miniformat der VzFbE- Interessensvertretung zu machen, ist in der Vergangenheit zu recht schon mehrfach gescheitert.

Auf dem BATT 2013 wird eine klare Information von den auf dem BATT 2012 gewählten Organisatoren über die unterschiedlichen Standpunkte beider Gruppen eingefordert, damit die vielen Tauschringe, die die internen Auseinandersetzungen zwischen BATT-aktiv 2013 Büdingen und BATT 2013 Kassel aus der Ferne gar nicht nachvollziehen können, sich selbst ein Bild darüber machen können. Die Teilnehmer des BATT 2013 und das neu zu wählende BATT-Orgateam möchten wir dazu aufrufen, im kommenden Jahr wieder EIN GEMEINSAMES BATT 2014 zu organisieren und nicht mehrere. Vor allem für kleinere Tauschkreise aus den entfernteren Teilen des Landes ist es sowohl aus organisatorischen als auch aus Kostengründen nicht möglich, im Jahr zu mehreren BATT – Treffen zu kommen.

Regiotreffen der Tauschkreise am 19.07.2013:

  • Talente – Tauschring Vaterstetten und Umland (HVZ)
  • Talentetausch – Region Grafing (TTG)
  • Kirchheimer Talentetausch (KiTT)
  • Talente – Brunnen südl. Landkreis München (TBH)