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Tauschringe: Instrument und Motor für eine solidarische Neugestaltung von Gesellschaft und Ökonomie

Tauschringe sind regionale Organisationen mit basisdemokratischer Ausrichtung. Arbeits- und Handlungsgrundlage ist eine lebenszeitgebundene und -gedeckte Zeitverrechnung. Sie sind zinsfreier regionaler Gegenpol zügelloser kapitalistischer Wachstumspolitik. Ihre Währung „Lebenszeit“ lässt diesem Workshop entwickeln wir gemeinsam Instrumente und Methoden, mit denen Tauschringe und -system sich künftig auf allen Ebenen besser vernetzen. Wir denken Kooperation neu, wir definieren den Part der Tauschringe beim Aufbau einer Gemeinwohl-Ökonomie. Wir entwickeln Strukturen und Systeme, die auch in der Vernetzung starke basisdemokratische Funktionen sicherstellen. Wir beantworten die Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen im Tauschsystem und überlegen, ob und wie sich das allgemeingültig übertragen lässt.

Arbeitsform

Offene Werkstatt mit Impuls

Themenbereiche | Schwerpunkte

Gesellschaft organisieren

  • Demokratie jenseits von Wachstum – wie sieht sie aus?
  • Demokratische Entscheidungsfindung
  • Kommunale und regionale Organisation
  • Zugang zu und Organisation von Gemeingütern (Commons)
  • Wiederaneignung und (eine andere) Verwaltung von gesellschaftlich notwendigen Dienstleistungen und Infrastrukturen

und

Sozial-ökologisch wirtschaften

  • Wie kann Arbeit unter einer Postwachstumsperspektive (um)organisiert werden?
  • Welche Rolle spielen Commons, Solidarische Ökonomie, Gemeinwohl-, Share- und Schenkökonomie in einer sozial-ökologischen Wirtschaft?

Zielgruppe

Einsteiger_innen, Erfahrene, nach Möglichkeit aber mit Tauscherfahrung(en)

Ziel(e)

Entwicklung und Aufbau demokratischer Tauschring-Netzwerke, Demokratische Strukturen für Tauschring-Vernetzung(en), politische Vernetzung und Aktion für Tauschringe, Tauschringe als Instrument(e) für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement

Ich freue mich über Rückmeldungen, Ideen dazu und viele Teilnehmer_innen in Leipzig! Klaus Reichenbach

Stellungnahme der Tauschkreise östlich München und die Antwort des VzFbE e.V.

Wir veröffentlichen hier gern die Stellungnahme dieser fünf Tauschkreise:

  • Talente – Tauschring Vaterstetten und Umland (HVZ)
  • Talentetausch – Region Grafing (TTG)
  • Kirchheimer Talentetausch (KiTT)
  • Talente – Brunnen südl. Landkreis München (TBH)

und unsere Antworten darauf, denn wir sind sicher, dass diese für alle Tauschringe von großer Bedeutung sind.

Antworten des VzFbE e.V.

Liebe TeilnehmerInnen des Regio-Treffens der Tauschkreise östlich von München,

zunächst danke für Eure Stellungnahme.

Wir nehmen sie zum Anlass, eine Reihe von darin vorgebrachten Fragen grundsätzlich zu beantworten bzw. Missverständnisse auszuräumen – das heißt auch grundsätzlich für alle anderen Tauschringe.

Wir stellen aber auch klar, dass wir hier nur für den Verein zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V. antworten können. Das BATT 2013 Organisationsteam arbeitet völlig autonom und ist nicht Bestandteil des Vereins. Auch kommende Organisatoren werden dies sicher nicht sein.

Thema „Interessengemeinschaft der Tauschringe“

Zu diesem Thema fand in Büdingen 2012 ein Workshop statt. Dort wurden mehrere Thesen und Tauschringdefinitionen diskutiert. Am Ende dieses Workshops wurde von den TeilnehmerInnen des Workshops eine Liste aufgestellt, in die sich insgesamt 19 Personen auf eigene Initiative eingetragen haben. Titel dieser Liste: „Ich / wir möchten einen Interessenverband / -verein gründen / beitreten“. Die Gründung einer solchen IG ist demnach nicht auf eine unauthorisierte Aktivität des Vereins zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V. zurückzuführen.

Inhaltlich ist zudem klar, daß, wer auch immer für diese IG sprechen wird, nur für die Tauschringe sprechen kann, die sich in der erarbeiteten Definiton auch wiederfinden. Niemand will auch nur einen Tauschring vertreten, der das nicht will. Im Übrigen fallen ja einige der von Euch beschriebenen Tauschkreise zumindest teilweise unter die in Büdingen 2012 erarbeiteten Definitionen.

Im Übrigen haben wir die in Büdingen erarbeitete Definition auch nicht als kleinsten gemeinsamen Nenner bezeichnet, sondern als „kleinstes, gemeinsames Vielfaches“. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn wir sehen und respektieren sehr wohl die Vielfalt, die bunte Mischung und die Diversität in der Tauschringlandschaft. Aber wir halten es für unabdingbar, für all diese Organisationen endlich eine klare gesetzliche Grundlage und politische Anerkennung zu erwirken, damit sie sich gerade in dieser Vielfalt entwickeln können und nachhaltigen Bestand erreichen. Auch deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass das Thema „Interessengemeinschaft“ in Kassel wieder auf der Agenda steht. Wir vom VzFbE wünschen uns den kritischen Dialog mit allen Tauschringen. Nur so kann eine sinnvolle Entwicklung stattfinden. Wir würden uns sehr freuen, wenn müglichst viele Tauschringe im September nach Kassel kommen und sich aktiv in diese Diskussion einbringen.

Gleichzeitig würden sie auch ein deutliches Zeichen gegen die unsinnige Zweiteilung des Jahrestreffens setzen. Wir vom VzFbE werden da sein und freuen uns auf einen konstruktiven Dialog mit allen Tauschringen.

Bis bald in Kassel
Klaus Reichenbach, Peter Scharl, Birgit Schwetz-Erben

Stellungnahme des Regiotreffen der Tauschkreise östlich München

An die Organisatoren des

  • Vereins zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements (VzFbE eV)
  • BATT aktiv 2013 Büdingen
  • BATT 2013 Kassel

1. Zum VzFbE eV:

Der VzFbE hatte am 01. Juni unabhängig von allem BATT 2013 in Kassel und BATT-aktiv 2013 in Büdingen zur Gründung einer „Interessensgemeinschaft der Tauschringe“ nach Kassel eingeladen. In wie weit diese Aktion mit den Organisatoren von BATT aktiv 2013 – Büdingen und BATT 2013 in Kassel abgestimmt war, entzieht sich unserer Kenntnis. Lt. Protokoll ist die Gründung einer „Interessensgemeinschaft der Tauschringe“ jedoch vorerst nicht zu Stande gekommen.

Wir halten eine solche Interessensvertretung weder für sinnvoll noch zielfördernd für eine Unterstützung der Tauschkreise in ihrer täglichen Arbeit vor Ort.

Der durch die Veranstalter indirekt implizierte Zweck einer Reduzierung der Tauschsysteme auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kann bei der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Tauschsysteme nicht funktionieren.

  • Es gibt bei uns eben Tauschsysteme, die sich als GbR verstehen und deren Teilnehmer Umsatz- und Körperschaftsteuerpflichtig sind und Tauschsysteme, die sich ausschließlich als organisierte Nachbarschaftshilfe mit ausdrücklichem Ausschluss von Gewerbe verstehen. Diese haben schon allein aus steuerrechtlichen Gründen nicht viel miteinander gemein.
  • Es gibt Tauschsysteme, die fast eine Art Regio- oder Komplementärwährung anstreben und Gewinnerzielungsabsichten zulassen und Tauschkreise, die die Gleichwertigkeit der Arbeit (Tauschzeit = Lebenszeit) praktizieren und fördern.
  • Es gibt Tauschsysteme, die buchen akribisch ihre Tauschvorgänge und andere denen ist das gleichgültig bis hin zu jenen, die ihre Angebote verschenken.
  • Es gibt Tauschsysteme, die sind als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein organisiert und andere, die haben überhaupt keine Organisationsstruktur.

Es gibt eben ein sehr breites und buntes Spektrum, bei dem jeder einzelne Tauschkreis für sich zu entscheiden hat, wo er steht und was er will. Und das ist aus unserer Sicht gut so.

Einer gemeinsamen Interessenvertretung stehen aber nicht nur die zum Teil doch sehr unterschiedlichen Zielsetzungen und Organisationsformen der einzelnen Tauschsysteme entgegen, sondern vor allem auch die nicht zu lösende Frage, wer ist dazu berechtigt und darf mit welcher Legitimation überhaupt im Namen aller Tauschsysteme dann öffentliche Statements verkünden.

Eine in diesem Sinne konzipierte „Interessensvertretung der Tauschkreise“ schadet daher den Tauschkreisen eigentlich mehr, als dass sie ihnen nützt, denn jeder Tauschkreis wird dann in der Diskussion mit seiner Öffentlichkeit vor Ort mit irgendwelchen Statements konfrontiert und muss sich beständig damit auseinandersetzen und rechtfertigen, „dass das ja bei uns ganz anders ist“.

2. Zu BATT -aktiv 2013 in Büdingen und BATT 2013 in Kassel:

Unserer Meinung nach hat das BATT als Kommunikationsplattform für den bundesweiten Erfahrungsaustausch zwischen den Tauschkreisen seine unbestrittene Berechtigung und Bedeutung.

Die Bildung von Arbeitsgruppen zur Vertiefung einzelner Themen auf einem BATT macht auch durchaus Sinn. Auch der Festlegung gewisser Plattformen, wie „tauschringadressen.de“ als gemeinsamer Link aller Tauschkreise, oder „tauschwiki.de“ als Diskussionsforum können wir nur zustimmen. Aber auch das BATT kann, wenn überhaupt, nur Anregungen und Empfehlungen an die Tauschkreise weitergeben. Der Versuch, aus dem BATT ein Miniformat der VzFbE- Interessensvertretung zu machen, ist in der Vergangenheit zu recht schon mehrfach gescheitert.

Auf dem BATT 2013 wird eine klare Information von den auf dem BATT 2012 gewählten Organisatoren über die unterschiedlichen Standpunkte beider Gruppen eingefordert, damit die vielen Tauschringe, die die internen Auseinandersetzungen zwischen BATT-aktiv 2013 Büdingen und BATT 2013 Kassel aus der Ferne gar nicht nachvollziehen können, sich selbst ein Bild darüber machen können. Die Teilnehmer des BATT 2013 und das neu zu wählende BATT-Orgateam möchten wir dazu aufrufen, im kommenden Jahr wieder EIN GEMEINSAMES BATT 2014 zu organisieren und nicht mehrere. Vor allem für kleinere Tauschkreise aus den entfernteren Teilen des Landes ist es sowohl aus organisatorischen als auch aus Kostengründen nicht möglich, im Jahr zu mehreren BATT – Treffen zu kommen.

Regiotreffen der Tauschkreise am 19.07.2013:

  • Talente – Tauschring Vaterstetten und Umland (HVZ)
  • Talentetausch – Region Grafing (TTG)
  • Kirchheimer Talentetausch (KiTT)
  • Talente – Brunnen südl. Landkreis München (TBH)

Antworten auf das Papier der 4 Berliner Tauschringe vom 25.05.2013

Die Überschrift täuscht, das liegt aber an der leider in dem Papier und den zugehörigen Mails und sonstigen Veröffentlichungen, die auf dieses Fragenpapier aufmerksam machten.

Kurz und gut; dies sind die Antworten auf ein Papier, dass von fünf Berliner Privatpersonen, die zufällig auch MItglied in vier unterschiedlichen Berliner Tauschringen sind. Uns sind leider nur zwei Namen bekannt, aber wer von den fünf (vielleicht ja auch alle) die Autorenschaft verantwortet, wissen wir noch nicht.

Im Zusammenhang mit der Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe (IG Tausch)  erscheint uns die Beantwortung der Fragen aber durchaus sinnvoll.

Nachfolgend also so was wie eine FAQ zur IG Tausch:

:: Kommunikation mit Tauschringen

An wen wurde die Einladungs-E-Mail (vom 20.5.2013) adressiert?
An alle dem VzFbE e.V. bekannten Tauschringadressen.

Wurden tatsächlich alle Tauschringe angeschrieben?
Das weiß niemand. Wir haben an alle für uns erreichbaren Tauschringe geschrieben (über 350 Mailadressen).

Wie wurden die angeschriebenen Tauschringe ausgewählt?
Überhaupt nicht. Es wurden alle, deren Adresse verfügbar war, angeschrieben.

Wussten alle Tauschringe von der bisherigen Planung der Interessengemeinschaft?
So weit wir sie erreichen konnten per Mail, Forum der AG Tauschringe im Dialog und eigene Webseite.

Welche Möglichkeiten hatten die Tauschringe, sich untereinander inhaltlich auszutauschen und darüber zu diskutieren?
z.B. über das Forum der AG Tauschringe im Dialog

:: Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe“, VzFbE e.V. und die Tauschringe

Das angehängte Grundsatzpapier wurde auf Briefpapier des VzFbE e.V. geschrieben und bewirbt eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im VzFbE e.V., ohne Erwähnung der Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe. Warum?
Weil dies das endgültige Ergebnis vom BATT-Aktiv 2012 in Büdingen war und genau in dieser Form seit 18.10.2012 öffentlich ist.

Was haben die Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe und der VzFbE e.V. miteinander zu tun?
Viel, sie kooperieren.

Warum spricht das Grundsatzpapier von Tauschsystemen, die Einladung aber von einer Interessengemeinschaft deutscher Tauschringe?
Weil das die Sprachregelung der Teilnehmer an der Veranstaltung dazu in Büdingen 2012 war und der VzFbE das nicht eigenmächtig ändern wollte.

Es wird eine kostenpflichtige Mitgliedschaft für Tauschringe im VzFbE e.V. beworben. Laut Satzung §5 (1 und 3) des VzFbE e.V. können Tauschringe nur Fördermitglieder werden, ohne passives oder aktives allgemeines Wahlrecht. Welches Stimmrecht hat die Interessengemeinschaft, die gegründet werden soll?
Nach aktueller Satzung keins. Aber a) können Mitglieder der IG Mitglied im Verein werden oder b) kann man Satzungen auch ändern.

Wie können die teilnehmenden Tauschringe – als Fördermitglieder – auf die Tätigkeiten des Vereins und des Vorstandes Einfluss nehmen? (inhaltlich, strukturell und finanziell)
Gar nicht, so steht es in der Satzung. Der Verein wird aber sicherlich zumindest Vorschläge der Fördermitglieder in seinen Entscheidungen berücksichtigen.

Ist eine Teilnahme an der „Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe“ möglich, ohne Mitglied des VzFbE e.V. zu werden?
Warum nicht?

Die Interessengemeinschaft deutscher Tauschringe hat bisher keinen klar definierten Rahmen. Es fehlen nachvollziehbare Informations- und Entscheidungsstrukturen. Welche Absicht wird mit der Gründung verfolgt? Geht es nur darum, möglichst viele Tauschringe als zahlende – aber stimmlose – „Masse“ in den Verein VzfbE e.V. einzubringen?
Nein, es geht darum eine gemeinsame Entwicklung nachhaltig und zukunftsorientiert voranzutreiben, gegenüber der Politik zu vertreten, während auf der anderen Seite ein praxisorientierter Service-Pool entsteht.

Fragen zur Satzung des VzFbE

Nach §9 (4) der Satzung des VzFbE e.V. ist jede Mitgliederversammlung beschlussfähig, unabhängig von der Anzahl der anwesenden Teilnehmer. Die Satzung sieht kein Quorum vor. Im Extremfall wäre die Mitgliederversammlung beschlussfähig, wenn nur eine einzige Person anwesend wäre. Diese eine Person könnte uneingeschränkt die Satzung ändern und über die Gelder des VzFbE e.V. verfügen. Ist das im Interesse der zahlenden Tauschringe, die als Fördermitglieder keinerlei Stimmrecht haben?
Das ist in Niemandes Interesse, sollte dieser Fall eintreten. Diese Regelung hat jedoch ganz andere Gründe. Ein bundesweit agierender Verein soll und muss extrem handlungsfähig sein und diese Regelung sorgt eher für eine hohe Mitgliederbeteiligung.

Bei den Aktivitäten, mit denen der VzFbE e.V. seinen Satzungszweck erreicht, geht es um die Unterstützung und Förderung von Schülern bei der Berufsfindung. Was hat das mit den Zielen von Tauschringen zu tun?
Es gibt eine große Anzahl von Tauschringen, die eine Mitgliedschaft für Jugendliche anbieten, die sich um die Integration von benachteiligten Jugendlichen kümmern. Und der Verein selbst ist zum einen aus der Tauschrinigbewegung entstanden, zum anderen aber auch durch die Teilnahme an einem europäischen Inklusionsprojekt geprägt.

Warum sollte ein Tauschring dem VzFbE e.V. beitreten?
Weil wir uns für eine zukunftsfähige Entwicklung der deutschen Tauschringen einsetzen. → http://vzfbe.org/interessengemeinschaft-deutsche-tauschringe/

:: Legitimation

Das Grundsatzpapier geht davon aus, dass alle Tauschringe gemeinsame Interessen haben. Diese werden als Leitziele und Kernforderungen benannt. Im Einleitungsschreiben (E-Mail) heißt es, dass es acht Monate keine Änderungsvorschläge hierzu gab. Jedwede bisherigen Versuche, gemeinsame Interessen zu formulieren, sind an fehlenden Gemeinsamkeiten und geringer Beteiligung der Tauschringe gescheitert.
Anmerkung VzFbE: Das Interesse und die Beteiligung an den bisherigen dazu aktiven Arbeitsgruppen war immer außerordentlich groß. Vor allem der Kreuzberger Tauschring hat sich seitens der Berliner Tauschringe dabei immer wieder beteiligt. Eure Aussagen stimmen also nicht. Es gab eine Fülle von bundesweiten Arbeitsgruppen, an der sich immer viele Tauschringe beteiligt haben.

Gibt es überhaupt Interessen und Forderungen, die alle Tauschringe gemeinsam haben?
Ganz offensichtlich gibt es die, denn sie wurden ja von einer relativ großen Gruppe von TeilnehmerInnen am BATT 2012 ausgearbeitet (ca. 30 TN). Die Liste zur Mitarbeit in der Interessengemeinschaft wurde zudem spontan aus dem Teilnehmerkreis erstellt. Da musste kein bischen Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Bedeutet Schweigen Zustimmung oder Desinteresse?
Der VzFbE hätte es sich einfach machen und das Schweigen nur als Zustimmung deuten können. Wir wollten jedoch, dass sich die Gruppenmitglieder und die Tauschringen weiterhin beteiligen (können) und haben daher erneut eingeladen.

Wie müsste die Interessengemeinschaft zusammengesetzt sein, damit Interessen und Ziele von über 300 Tauschringen öffentlich und in den Medien korrekt dargestellt werden können?
Das sollte die IG selbst definieren. Im übrigen dürfte sich das auch analog zu den teilnehmenden Tauschringen entwickeln.

Ist es überhaupt möglich, eine demokratisch sauber legitimierte Interessengemeinschaft zu organisieren und wie müsste diese aussehen?
Gegenfrage: Warum sollte das nicht möglich sein? Wo sich ein paar gleichgesinnte Menschen treffen, lassen sich auch leicht gemeinsam getragene demokratische Regeln einführen.

In wessen Namen will der VzFbE e.V. bzw. die Interessengemeinschaft Lobbyarbeit betreiben?
Im Namen der IG Mitglieder – und in seinem Namen.

Durch wen wird der „Sprecher“ legitimiert?
Durch eine Wahl innerhalb der IG.

Welche Personen und Organisationen dürfen sich der Interessengemeinschaft anschließen, welche nicht?
Wie der Name schon sagt, Tauschringe – wie sie ja auch im Papier durch BATT 2012 Teilnehmer definiert wurden.

Wie können Außenstehende feststellen, welche Gruppen und Einzelpersonen sich der Interessengemeinschaft tatsächlich angeschlossenen haben?
Das ist noch nicht entschieden, zumal dabei auch Datenschutz zu beachten ist.

Welchen organisatorischen und rechtlichen Rahmen hat die Interessengemeinschaft?

Welche Mindestanforderung an Transparenz sollte sich eine Interessengemeinschaft auferlegen?
Regeln, Tätigkeiten, Arbeitsergebnisse, Personalien sollten offen gelegt werden. Wie und in welcher Form ist noch offen.

Welche Forderung an Transparenz seitens der Interessengemeinschaft können Mitglieder einfordern und wie werden diese dann auch erfüllt?
Mitglieder bestimmen logischerweise selbst darüber, wer denn sonst?

:: Geld

Das Grundsatzpapier bewirbt die kostenpflichtige Mitgliedschaft im VzFbE e.V., lässt aber offen, wofür die eingenommenen Mitgliedsbeiträge verwendet werden sollen.
Siehe → http://vzfbe.org/interessengemeinschaft-deutsche-tauschringe/
Abschnitt „
Mitgliedschaft für Tauschsysteme im VzFbE e.V. – Die Vorteile:“

Der VzFbE e.V. besteht seit 2006 und hat bereits mehrmals Gelder von Tauschringen verwaltet.
Der Verein hat nie Gelder von Tauschringen verwaltet. Er hat das Bundestreffen 2007 durchgeführt. Dazu wurden Fördermittel aquriert, die durch Teilnehmerbeiträge ko-finanziert wurden. 2012 hat der Verein auf einstimmigen Beschluss des BATT 2012 Orga Teams sein Konto für alle unbaren Einnahmen und Ausgaben zur Verfügung gestellt.

Der VzFbE e.V. war an der finanziellen Abwicklung des Bundestreffens 2007 in Kassel beteiligt.
Wie ist er mit den Mitteln damals umgegangen?
Sparsam und wirtschaftlich, wie es die Förderbedingungen vorschreiben.

Haben die Teilnehmer des Bundestreffens 2007 eine Abrechnung erhalten?
Nein, aber das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und damit auch die EU Kommission. Der Verein hat die Schlussrate in Höhe von 1.967,94 Euro bis Heute nicht erhalten, da das BMAS immer noch keinen Schlussbescheid für das damalige Gesamtprojekt Open Paths erstellt hat. Um die daraus folgende Frage gleich zu beantworten: das liegt weder am VzFbE noch an den acht weiteren Trägern, die den Projektverbund gebildet haben, sondern am Ministerium.

Der VzFbE e.V. hat für die finanzielle Abwicklung (Eingang der Teilnahmebeträge und Spenden, Zahlung der entstandenen Kosten) im Vorfeld des BATT 2012 sein Konto zur Verfügung gestellt.
Wie viel Euro hat der VzFbE e.V. im Rahmen des BATT 2012 eingenommen?
Siehe
http://vzfbe.org/tatigkeitsbericht-20112012/

An wen wurden diese Beträge weitergegeben?
Nach Rechnungstellung an die JH Büdingen.

Welche Beträge ruhen vielleicht noch auf diesem Konto und wer entscheidet nun über deren Verwendung?
350,00 Euro aus Spenden. Daraus müssen aber noch die Reisekosten des BATT 2012 Teams gezahlt werden. Das hat sich 2 mal zur Vorbereitung in Büdingen getroffen. Der Betrag reicht für ca. 30% der angefallenen Reisekosten. Über Verwendung und Aufteilung entscheidet das BATT Orga Team.

In welcher Art und Weise soll bei einer Interessengemeinschaft über die Verwendung von Mitgliederzahlungen und Spendengeldern entschieden werden?
Über die Verwendung von Mitgliedsbeiträgen und Spenden entscheidet die Mitgliederversammlung. Die Vorschläge von Fördermitgliedern werden dabei berücksichtigt.

Welche Rechenschafts- und Informationspflichten haben Vorstand des VzFbE e.V. und „Sprecher“ der Interessengemeinschaft gegenüber den angeschlossenen Tauschringen?
Der / die Sprecher/in wird von der IG gewählt, ist ihr also Rechenschaft pflichtig. Alles andere hängt en Detail auch vom Mitgliedsstatus im Verein ab

:: Kernforderungen zur Bundestagswahl

Das Grundsatzpapier enthält mehrere Forderungen zur Bundestagswahl.

Wer stellt eigentlich diese Forderungen? Der VzFbE e.V.?
Die fünf Kernforderungen basieren auf der Entwicklung von Tauschringen und -systemen in anderen Europäischen Ländern wie Großbritannien, Österreich oder z.B. Italien. Dort sind Tauschringe u.a. als Gemeinnützig anerkannt, auch wenn einzelne Mitglieder durchaus gewerbliche Interessen verfolgen. Der gemeinschaftliche Nutzen eines Tauschrings wird jedoch weitaus mehr wertgeschätzt.

Haben Tauschringe überhaupt gemeinsame Forderungen an den Gesetzgeber?
Gibt es überhaupt die Tauschringe? Nein, es gibt eine Vielzahl von Tauschringen, die seit 1997 immer wieder nach einem oder dem gemeinsamen Nenner suchen. Und es gab schon 1998 eine Aktion zur Bundestagswahl, die von sehr vielen Tauschringen mitgetragen wurde.

Ist die Forderung nach staatlicher Finanzierung im Interesse der vielen Tauschringe, die sich als Teil einer Graswurzelbewegung ohne Geld und unabhängig vom Staat verstehen?
Die Frage stellt sich so nicht. Wer ist denn der Staat? Der Staat sind seine BürgerInnen, die wiederum Mitglieder von Tauschringen sein können. Die Frage ist doch, in welcher Form eine Förderung stattfindet. Zum Beispiel als Anspruch auf Sachmittel wie Räume, Telefon etc. wie in Italien? Oder durch die Anerkennung als gemeinnützige Organisationen, wie in Großbritannien oder beides plus Fördermittel wie in Österreich? Oder gar Tauschringindividuell, also von ganz ohne Förderung bis hin zu? Hier werden Ängste und Vorbehalte geschürt, ohne das dazu ein konkreter Grund besteht.

Klaus Reichenbach

BATT 2012 endet in großer Harmonie

Mit der Gründung einer Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe, die ihre Arbeitsmöglichkeiten unter dem Dach des Vereins zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V. gefunden hat, endete am Sonntag Mittag das Bundesarbeitstreffen der Tauschringe 2012 in Büdingen. In einer großen Diskussionsrnde waren am Samstag grundlegende Leitlinien abgestimmt worden, die in Zukunft Basis für die Arbeit der IG sein sollen. Sie fanden auch im Abschlussplenum viel Zustimmung, so dass sich weitere InteressentInnen für eine Mitarbeit fanden. Die TeilnehmerInnen kommen derzeit aus Kaufbeuren, Aschaffenburg, Düsseldorf, Freiburg, Schwäb. Gmünd, Berlin-Kreuzberg, Dachau, Wuppertal, München, Kassel, dem Elbtal und vielen mehr. Die Aktionen und Ergebnisse der Interessengemeinschaft dürften auch in der Politik aufmerksam verfolgt werden.

Mit weiteren Themen zeigten sich die Veranstalter und TeilnehmerInnen aktuell und teilweise auch visionär. Die Idee einer bundesweiten Zeitstiftung bzw. Bank wurde diskutiert und wird sich sicher entwickeln. Die gemeinsame Vorstellung der aktuell tätigen Clearing- und überregionalen Verrechnungsstellen führt wohl künftig ebenfalls zu einem deutlich verbesserten Informationsfluss. Die wichtigsten überregionalen Tauschplattformen werden in der Folge ihres gemeinsamen Seminars enger zusammen arbeiten.

Für die Bearbeitung und Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen hat sich eine große, fachlich versierte und erfahrene neue Arbeitsgruppe unter Leitung von Elisabeth Fahlbusch aus München gegründet. Eine enge Kooperation mit der Interessengemeinschaft deutsche Tauschringe ist vorgesehen.
Klaus Reichenbach