ZEIT BANK CZASU – ein deutsch-polnischer Energietauschgipfel

Eine grenzüberschreitende Timebank lädt zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch ein.

23. und 24. Februar 2018 nach Slubfurt – Slubice/ Frankfurt (Oder)

Die Stadt „Słubfurt“ gibt es nicht, bzw. es gibt sie doch…
Im Jahre 1999 haben wir begonnen, die Grenze zwischen den beiden Städten Frankfurt (Oder) und Słubice verschwinden zu lassen und seitdem leben wir eine neue gemeinsame deutsch-polnische Stadt, die wir „Słubfurt“ nennen.
Wir sind engagierte BürgerInnen beider Städte, die quasi im Modellversuch diesen neuen Stadtraum gestalten. 2009 haben wir unser eigenes „Parlament“ gegründet und 2013 haben wir mit der „ZeitBankCzasu“ unsere eigene Energietauschwährung eingeführt.
Das klingt fantastisch, aber bisher ist es uns nicht gelungen, sie so richtig lebendig werden zu lassen.

Aus diesen Gründen haben wir die Idee zu diesem Energietauschgipfel entwickelt und möchten Euch herzlich einladen, Euch mit uns auszutauschen, Eure eigene Timebank vorzustellen und mit uns gemeinsam Best Practices und Probleme zu diskutieren.

Für ein Impulsreferat konnten wir Herrn Dr. Grzegorz Sobiecki von dem „Kolegium Nauk o Społeczeństwie“ (Collegium für Gesellschaftswissenschaften) aus Warschau gewinnen. Im Januar/Februar 2017 hat er Untersuchungen zu Timebanks und anderen Alternativwährungen in Polen, Europa und weltweit durchgeführt und wir haben ihn darum gebeten, seine Forschungsergebnisse auf anschauliche Weise mit uns zu teilen.

Anschliessend wollen wir je eine Timebank von polnischer und deutscher Seite einladen, sich vorzustellen und anschliessend in Arbeitsgruppen an verschiedenen Fragestellungen arbeiten, die sich aus der Thematik ergeben.

Programm:

  • Freitag, 23.02.18 (Słubicer Kulturhaus SMOK)
    18:00 – Film „Nowa Amerika“
    19:30 – Energietauschbörse, „Słubfurter Neujahrsempfang“
  • Samstag, 24.02.18 (Collegium Polonicum)
    10:00 – Begrüßung, Einführung
  • 10:20 – Vortrag Dr. Grzegorz Sobiecki
    11:00 – Diskussion
  • 11:15 – Pause
  • 11:45 – Vortrag ZeitBankCzasu PL
    12:15 – Diskussion
  • 12:30 – Vortrag ZeitBankCzasu DE
    13:00 – Diskussion
  • 13:15 – Mittagessen
  • 14:00 – Arbeitsgruppen
  • 15:00 – Präsentation der Ergebnisse
  • 16:00 – Diskussionen, Planungen, Beschlüsse

FINISSAGE

Veranstalter: Słubfurt e.V. | Stow. Lebuser Ziemia

Partner: KuWi-Praxisseminar an der Europa-Universität Viadrina (Leitung: Michael Kurzwelly)

Projektteam: Saskia Fichtner, Mateusz Kleszczyński, Caroline Kolasa, Michael Kurzwelly, Heiderose Päch, Viktoria Perez, Adam Poholski

Projektleitung: Michael Kurzwelly, Adam Podolski

Wir bitten Sie uns kurzfristig über eine Zu-oder Absage Bescheid zu geben. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos. Wir würden Ihnen bei der Reservierung für eine Übernachtung (ca. 20 €) helfen. Anmeldung hier: Anmeldung CZASU

Tauschsysteme: Gelebte Solidarität!?

Motto und inhaltliche Schwerpunkte | Bundes-Arbeitstreffen der Tauschsysteme 2013

Tauschsysteme: Gelebte Solidarität!?

Unter diesem Motto stehen grob zusammengefasst die nachfolgenden fünf Themen.
Sie wurden mit Hilfe einer offenen Fragebogenaktion von ca. Februar bis Ende Mai 2013 auf batt-online.de  entwickelt und dienen als kreative Arbeitsgrundlage und Ausgangpunkt für die Weiterentwicklung.

Tauschringentwicklung – Zukunft
Dieser komplexe Bereich umfasst  Themen wie “gerechte“ Mitgliedsbeiträge, sichere "Finanzierung" des Systems, Aktivierung von Mitgliedern, Nachwuchs-Gewinnung bzw. Mitgliederwerbung aus allen sozialen / gesellschaftlichen Bereichen usw.. Berührt werden immer mal auch andere hochaktuelle Themen wie Zeitbank, Gemeinwohlökonomie (hier auch das politische Schlüsselthema 2013: Gemeinnützigkeit) oder Grundeinkommen.
Z. B. hatte schon Mitte der 90er Jahre so mancher Tauschfan die Idee, Zeiteinheiten für Krankheitsfälle oder das Alter anzusparen. Damals wie heute scheiterte das zuallererst daran, dass jede Organisation, die auch nur Begriffe wie Tauschring, Zeitbank o.Ä. in ihren Prospekten oder der Satzung führt, pauschal nicht als gemeinnützig anerkannt wird. Andere Länder – andere Handhabung:  bis hin zur Etablierung und Verwaltung über z.B. die Gemeindeebene in EU-Staaten oder Einarbeitung in die Staatspolitik reicht da die Bandbreite.
Hier kann –  möglicherweise getragen von gemeinsamer Lobbyarbeit – der Schlüssel liegen, der große Möglichkeiten zur Veränderung der aktuellen wirtschaftlichen Situation unserer Gesellschaft und der unserer Nachbarn auftut.
Regionale Vernetzung ist gut – als engagierter Bürger die großen überregionalen Zusammenhänge und Zeichen der Zeit erkennen kann noch wesentlich besser sein, oder?

Soziale und ökonomische Relevanz
Wie definieren Tauschringe ihren gesellschaftlichen Wert? Wo sehen sie selbst ihren Platz in der Gesellschaft? Liegt ihre Bedeutung eher im sozialen oder im ökonomischen Kontext? Oder sehen sich Tauschsysteme als Mischform, für die es noch keine juristische Grundlage gibt?

Gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein
Tauschringe sind Organisationen, die in der Regel einen äußerst niedrigschwelligen Zugang für potentielle Mitglieder bieten. Sie werten sogenannte Hilfs- und Hausarbeit auf, besonders, wenn sie mit reiner Zeitverrechnung arbeiten.
Durch ihre besondere Form von Angebot und Nachfrage lassen sie einen selbstbestimmten Einstieg ins aktive Tauschen  zu. Für geleistete Arbeit erhält ein Mitglied immer direkte Rückmeldung. Eine Ausbildung für die angebotenen Tätigkeiten ist meist nicht zwingend erforderlich. Soweit jedenfalls die Theorie. Damit könnten Tauschsysteme auch zu einem Grundeinkommen für alle BürgerInnen beitragen, möglicherweise können sie sogar als Pilot voran gehen und den Nachweis erbringen, dass ein solches Grundeinkommen ein belebendes Element ist.

Anders Wirtschaften –> Wertschaften (Fortführung “Solidarische Ökonomie”)
In Tauschsystemen geht es nicht um Wachstum, nicht um Profit. Trotzdem sind sie eine Form des Wirtschaftens. Da es keinen Zins gibt kann es aber dabei nicht um Geldgewinn gehen. Vielmehr geht es um einen gleichberechtigten Austausch von Waren und Dienstleistungen, um nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcenschonung und die Erhaltung, manchmal auch Wiederbelebung von moralischen und ethischen Vorstellungen im menschlichen Miteinander des Privatlebens.
Letztlich geht es also um ein anderes Wertesystem – parallel zur Arbeitswelt. Wertschaften statt gewinnmaximierungs-orientiertem Wirtschaften, Ökonomie mit Solidareffekt. Nein, nicht jedes Tauschsystem verfolgt diesen Ansatz in aller Klarheit, doch liegt es im Kern eines jeden einzelnen: Es war und ist Teil der Vision "Tauschsystem" vieler Tauscher. Welche Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung fehlen uns dazu, wie können wir die gesellschafts-politischen Rahmenbedingungen schaffen?

Förderung von Bürgerengagement durch Tauschsysteme – Interessengemeinschaft
Tauschsysteme und ihre Anliegen sind als Idee und Vision auf der gesellschaftlichen und politischen Bühne durchaus wohlwollend betrachtet – so sie denn dort bekannt sind. Es geht dennoch nicht voran und hinkt der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung hinterher.
Bestes Beispiel hier die Steuerpolitik: ab 1997 gilt ein Erlass der Landesfinanzämter, der Tauschsystemen grundsätzlich die Fähigkeit zur Gemeinnützigkeit  abspricht. Finden sich im Regelwerk Begriffe wie Tausch, Tauschsystem oder -ring, Zeitbörse, Talentetausch oder Ähnliches wird anders als bei anderen Vereinen verfahren. Laut Gesetz ist es üblich, zunächst die Satzung zu prüfen. Es gibt eine lange Liste mit Formulierungen, die explizit für eine Gemeinnützigkeit stehen. Spiegelt das die Satzung wieder wird die Organisation vorläufig als gemeinnützig anerkannt. Dies wird per Körperschaftsteuererklärung zusammen mit den Einnahme-Überschuss-Rechnungen, den Protokollen der Mitglieder-versammlungen und den jährlichen Tätigkeitsberichten stets rückwirkend geprüft. Entspricht die tatsächliche Arbeit der vorgelegten Satzung wird weiterhin die Gemeinnützigkeit gewährt. Bei Tauschsystemen wird das ohne jegliche Prüfung negiert. Doch 75 % der Organisationen arbeiten mit Zeitverrechnung. Eine Begünstigung einzelner Mitglieder ist dabei schlecht möglich: Die Summe aller Mitglieder- und Systemkonten ergibt immer Null.
Ihr wichtiger Beitrag zum Gemeinwohl sollte den Tauschsystemen – wie z.B. in Italien – mind. auf kommunaler Ebene einen Anspruch auf Unterstützung mit Sachmitteln sichern, unentgeltliche Nutzung von Büroraumen, Kommunikations- und andere Ressourcen (auch z.B. im Austausch gegen Hilfen in Bürgerhäusern und anderen staatlichen Räumen) sollte selbstverständlich sein und wäre ein Gewinn für jede kommunale Körperschaft. Das sind nur zwei Beispiele.
  Doch wie können wir diese Akzeptanz und Wertschätzung in Gesellschaft und Staat erreichen? Es sind keine Ansprüche, die viel kosten – eigentlich kosten sie nichts, haben aber sicher weitreichende gesellschaftspolitische Auswirkungen.
Ohne solche Veränderungen sind Tauschsysteme oft und fortlaufend in ihrer Entwicklung und Vernetzung gebremst.
Um eine gesamtgesellschaftliche Wirkung zu erzielen und in der Politik ernst genommen zu werden müssen Tausch-systeme eine gut organisierte Lobbyarbeit zur Erhaltung von Rechten aufbauen. Der Grundstein wurde u. a. in Büdingen 2012 gelegt.
2013 ist möglicherweise ein epochales Wahljahr. Die Vergangenheit zeigt, dass besonders in solchen Phasen politische Erfolge leichter zu erreichen sind. Das BATT in Kassel sollte daher einen wirkungsvollen Meilenstein in der Entwicklung und Stärkung einer Interessengemeinschaft der Tauscher auf dem Weg zur rechtlichen, steuerlichen und politischen Gleichstellung mit jedem anerkannten bürgerlichen Engagement bilden.
 

Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme (BATT) 2013

Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme (BATT) 2013
und
Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme Aktiv (BATT-Aktiv) 2013

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Liebe Tauschaktive!

wir freuen uns, Euch erste Eckpunkte zum Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme 2013 mitteilen zu können.

:: Termin und Ort
BATT und BATT-Aktiv vom 06. bis 09. September 2013 in Kassel!

Die Idee einer Aktivphase greifen wir auch 2013 gerne auf. Um eine bessere Verbindung zum BATT selbst zu schaffen, findet das BATT-Aktiv vorher, am 06.09. statt.
Damit schaffen wir die Möglichkeit, die Zwischenergebnisse besser in das eigentliche Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme einzubinden.

:: Warum dieser Termin?
Einige unserer Themen sind auch politisch brisant. Deshalb findet das Treffen kurz vor der Bundestagswahl statt. Die wird aller Voraussicht am 22.09.2013 stattfinden.

:: Zusatztermin
Voraussichtlich im Dezember 2013 oder im Januar 2014 findet ein „BATT-Aktiv-Plus“  Treffen gemeinsam mit einem Treffen der nächsten BATT-Orga statt. Es wird Nachbereitung für 2013 und Vorbereitung für 2014 zugleich sein.

:: Themen
Bei den Themen für das Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme schlagen wir eine Konzentration auf folgende Kernthemen vor:

  • Tauschringentwicklung – Zukunft (dazu gehört auch „gerechte Mitgliedsbeiträge, sichere Finanzierung)
  • Zeitbank (hier auch der politische „Knackpunkt“ 2013: Gemeinnützigkeit)
  • Soziale und ökonomische Relevanz
  • Gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein
    –> Grundeinkommen könnte ein Schwerpunkt sein
  • Tauschringe fördern Bürgerengagement
  • Anders Wirtschaften –> Wertschaften (Fortführung „Solidarische Ökonomie“)

:: Mitmachen
Auf der Internetseite www.batt-online.de wird demnächst eine Möglichkeit zur Bewertung der Themen für alle Tauschringe angeboten. Zusätzlich können auch weitere Themen eingegeben werden. Eine Aufnahme in das Themenangebot hängt von der weiteren Nachfrage ab.
Außerdem wird es demnächst Informationen über BATT-Aktiv Gruppen und deren Arbeitsschwerpunkte geben sowie den Möglichkeiten zum mitmachen.

:: Preise und Übernachtungsmöglichkeiten
Genaue Preise können wir noch nicht nennen. Wir werden es wahrscheinlich schaffen, die Tagung günstiger zu gestalten als beim BATT 2012.
Das ist auch der wichtigste Grund für die Ortwahl. Wir bekommen von der Tanzschule Meyerrose in Kassel die Tagungsräume im Rahmen eines Sponsorenprogramms zur Verfügung gestellt.
Zweiter Grund ist die zentrale Lage und Erreichbarkeit aus allen Teilen des Landes.

Übernachtungen werden gegen Euro und Talentverrechnung über den RTR möglich sein. Details und Buchungsmöglichkeiten folgen so bald als möglich.
Zusätzlich werden wir uns um weitere finanzielle Unterstützung bemühen, um allen Interessenten eine Teilnahme zu ermöglichen.

:: Veranstalter
Zeitbörse Kassel e.V., Verein zur Förderung von bürgerschaftlichem Engagement e.V.

:: Ausblick 2014
Das Bundes-ArbeitsTreffen-Tauschsysteme und BATT-Aktiv 2014  liegt bereits ein Angebot zur Durchführung aus Nürnberg vor!